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Geschichte

Vom Traum Solarfähre Untersee

Die Vision einer Solarfähre am Untersee begannen bereits im Jahre 1990. In einem grenzüberschreitenden, gemeinsamen Projekt des 1993 gegründeten Vereins Solarfähre Untersee e.V. und der Bodensee Stiftung wurde das erste Solarboot am Untersee schließlich 1996 gekauft. Im Jahre 2001 wurde die Bodenseesolarschifffahrt gemeinnützige GmbH als Trägergesellschaft des öffentlich und privat geförderten Solarboot-Netzwerks am Untersee gegründet. Sie konnte auf ein erfolgreiches Einstiegsjahr zurückblicken:  Die Gesellschaft hatte sich zum Ziel gesetzt, den Umweltschutz durch sanften Tourismus, naturkundliche Exkursionen und Aufklärung, Projektarbeit zu solartechnischen Anwendungen und neuen Verkehrkonzepten zu fördern.
Der Idee, das Schweizer Ufer mit der Höri zu verbinden, folgte im Frühjahr 2002 die Solarfährverbindung zwischen der Weltkulturerbestätte Insel Reichenau (D) und der gegenüberliegenden Schweizer Gemeinde Mannenbach/Salenstein mit dem kantonalen Napoleonmuseum und direkter Zuganbindung nach St. Gallen und Schaffhausen. Ein drittes Schiff wurde angeschafft für Rundfahrten auf der Insel Mainau, ein viertes verkehrte alsbald in Radolfzell und ein fünftes für den grenzüberschreitenden Tourismus in der Konstanzer Bucht.
Diese Brücken im Herzen Europas erwiesen sich aber als steinig: Kompliziertes Zollrecht, fehlendes Fachpersonal, teure behördliche Konzessionen an beiden Ufern, sowie strengste Vorschriften für Solarboote (z.B. muss auch das kleinste Solarboot bei nur einem einzigen Fahrgast mit doppeltem Personal gefahren werden!) und bald wieder neue Paragraphen und bürokratische Hürden in dem Regelwerk der Bodenseeschifffahrtsordnung hatten die BoSoG GmbH Ende 2004 gezwungen, ihre Solarschiffe zu privatisieren.
Geblieben ist der GmbH noch die Fährverbindung Steckborn-Gaienhofen unter dem Protektorat der Deutschen Umwelthilfe mit Bundesgeschäftssitz in Radolfzell a.B..

Die vier neuen, eigenständigen Solarbootbetreiber haben sich Anfang 2005 wieder zur Arbeitsgemeinschaft  „Netzwerk Bodenseesolarschifffahrt“ zusammengeschlossen zum Zwecke einer engen Kooperation, Zusammenarbeit und gegenseitiger Unterstützung.
Sie haben sich zum Ziel gesetzt, aller Hürden zum Trotz und teils ohne jegliche weitere Subventionen durch den möglichst vielseitigen Betrieb der Solarboote weiterhin zu demonstrieren, dass es möglich ist, mit einer die Umwelt und die Ressourcen schonenden Bootsantriebstechnik die Bedürfnisse der Mobilität und des Tourismus zahlreicher Menschen mit den Lebensbedingungen eines empfindlichen Ökosystems und Trinkwasserspeichers zu vereinigen.

 

Solarfähren heute

Doch bereits nach der ersten Saison 2005 musste das Solarschiff "Mainausonne" von der Blumeninsel weichen, weil eine Wirtschaftlichkeit ohne die bisherigen Subventionen der alten Bodenseesolarschifffahrtsgesellschaft gGmbH (BoSoG) nicht mehr möglich war.
Ende 2007 wurde auch der BoSoG - Betrieb der Solarfährverbindung Gaienhofen-Steckborn aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben.
Das Solarboot "Solemio" wurde bis heute von den Städten Kreuzlingen und Konstanz subventioniert und wird auch noch im Sommer 2011 von Konstanz über Kreuzlingen nach Bottighofen und zurück verkehren als attraktives Ausflugsschiff zur Bereicherung der touristischen Angebote beider Städte.
Als einzige solare Fährverbindung ohne öffentliche Geldzuwendungen hat sich bis heute die Fährlinie Reichenau-Mannenbach trotz weiterer behördlicher Verschärfung gehalten:
Gleich nach der ersten erfolgreichen Saison des neuen Betreibers Tom Geiger wurde der alte Wellenbrecher an der Schiffslände Reichenau entfernt, wodurch nicht nur die Solarfähre beim ersten Sturm wenige Wochen später zu Schaden kam, sondern für alle dort stationierten Boote ein Gesamtschaden über 100,000 Euro entstand.
Nicht etwa das Schifffahrtsamt, sondern das übergeordnete Amt für Wasserrecht im Landratsamt Konstanz forderte z.B. mitten in der Saison 2009 zur bestehenden Vorschrift einer ständigen Begleitperson für dieses kleine Schiffchen noch nautische Befähigungsnachweise aller beteiligten Personen unter Androhung eines Lizenzentzuges für diese letzte verbleibende Solarfähre. Die Abgabefrist war der 10.8.2009, der Montag nach dem Seenachtsfest-Wochenende (!).
Diese Solarfährverbindung erfreut sich seit nunmehr 10 Jahren einer zunehmenden Beliebtheit, wird mittlerweile im ADAC-Reiseführer, im  Baedeker und in den Schweizer Karten erwähnt, wodurch dank der bald 10-jährigen Anstrengungen des privaten Betreibers eine bei den Feriengästen sehr beliebte Querverbindung über den Untersee geschaffen wurde.
Seit Sommer 2010 steuert jedoch die BSB-Schiffahrt der Stadtwerke Konstanz bis zu 7 mal täglich ebenfalls die Route der  Solarfähre an, sehr zeitnah zudem, und in 2011 soll dies noch auf die Nebensaison ausgeweitet werden (!).
Tom Geiger reagiert derweil sehr gelassen auf diese Situation: "Konkurrenz belebt das Geschäft" und "Die Sicherheit meiner Fahrgäste hat oberste Priorität."

 


Fazit und Ausblick

Die Gedanken der Umwelt- und Ressourcenschonung werden weiter an Bedeutung gewinnen, auch wenn die gutmeinende Bürokratie dies im vorliegenden Falle unnötig erschwert.  Der weltweite Aufruf der UNO-Konferenz von Rio an alle Nationen, staatliche und nichtstaatliche Organisationen, die Wirtschaft und alle Bevölkerungsgruppen, sich mit dem Gedanken der nachhaltigen Entwicklung auseinander zu setzen und Beispiele der lokalen und nationalen Umsetzung zu schaffen, findet immer mehr Beachtung (sog. "Agenda 21"). Das Netzwerk Bodenseesolarschifffahrt  war ein Beispiel für die konkrete Umsetzung dieser Ziele und wurde von der internationalen Bodenseekonferenz im Rahmen der Bodensee-Agenda 21 dafür ausgezeichnet.
Für Tier- und Pflanzenparadiese wie im artenreichen Untersee, der zugleich jährlich hunderttausenden Menschen als Naherholungs- und Feriengebitet dient, ist die Solarfähre Reichenau-Mannenbach mit Elektroantrieb, Solargenerator und energiesparender Schiffskonstruktion eine zukunftsfähige Alternative zu den rußenden Dampferflotten.
Wir freuen uns künftig auf jeden Fahrgast, der diese genannten Zielsetzungen unterstützen möchte !

Fahrplan zum Download


 

T. Geiger
Zur Säge 1,
78479 Reichenau
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